Schützengesellschaft Bettwiesen. Aus Tradition gut...seit 1907

Jungschützenwesen

Grundlage bildet das Bundesgesetz vom 12. April 1907 über die Militärorganisation der Schweizerischen Eidgenossenschaft. In einer Referendumsabstimmung vom 3. November 1907 wurde das Bundesgesetz mit 329 953 Ja gegen 267 605 Nein angenommen. Erstmals konnte das Jungschützenwesen gesamtschweizerisch in der Verordnung des Eidgenössischen Militärdepartements vom 2. Nov.1909 geregelt werden. Ab 1910 war es möglich, in den Schiessvereinen des SSV Jungschützenkurse nach einheitlichen Vorgaben einzuführen.

Heute besuchen in mehr als 1700 Vereinen des SSV jährlich rund 18'000 Jugendliche ab dem 17. Altersjahr Jungschützenkurse. Sie sind einerseits eine geeignete Vorbereitung für die Rekrutenschule, andererseits soll die Begeisterung für das sportliche Schiessen geweckt werden.

Die Waffenausbildung hat Ende der 50er-Jahre vom Karabiner auf das Sturmgewehr 57 und 1993 auf das Sturmgewehr 90 gewechselt. Seit 1995 darf in den JS-Kursen nur noch an der neuen Waffe ausgebildet werden. Auf Anweisung des Chefs Heer standen der Jungschützenausbildung umgehend ausreichend Stgw. 90 zur Verfügung.

Die Jungschützen erzielen mit dem Stgw. 90 gegenüber dem Stgw. 57 bedeutend bessere Resultate. Seit 1980 findet jährlich eine Gruppenmeisterschaft für Jungschützen statt. Die Gruppen haben sich in regionalen und kantonalen Ausscheidungen für den Final zu qualifizieren.

Die besten 126 Gruppen bestreiten jeweils in Zürich den Final. Dabei liegt die Schwarztrefferquote von mehr als 500 Teilnehmern bei 99.6 %. Die Spitzengruppen erreichen je Passe des Wettschiessens Durchschnittsresultate von 2 Punkten unter dem Maximum. Neben den Waffen trägt auch die stark verbesserte schiesstechnische Ausbildung zu den immer noch ansteigenden Resultaten der Jungschützen bei.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Freizeitangebot ganz beträchtlich erweitert. Vor allem setzten die Trendsportarten den traditionellen Sportverbänden in der Nachwuchsförderung ganz erheblich zu. Mit dem Eintrittsalter von 17 Jahren wurde der Schiesssport immer mehr zur zweiten oder dritten Wahl degradiert. Diesen Nachteilen begegnete der SSV mit dem Ausbildungskonzept 96. Die Jungschützenausbildung ist bis jetzt aber trotzdem die Hauptquelle für den Nachwuchs im Breitensport des SSV.

Durch das Ausbildungskonzept 96 erhielt die Schiesstechnik endlich den ihr längst gebührenden Stellenwert. Der zwei Tage dauernde Schiesskurs des SSV ist für angehende Jungschützenleiter neu fester Bestandteil der Ausbildung. Gegenwärtig wird durch die Sektion ausserdienstliche Ausbildung und Militärsport (SAAM), Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz, Sport (VBS), die Ausbildung für Jungschützenleiter überarbeitet, wobei die Dauer von 4 auf 3 Tage gekürzt werden soll, so dass die ganze Jungschützenausbildung 5 Tage dauert.

Fast 700'000 Jugendliche zwischen dem 17. und 20. Altersjahr haben in den letzten 25 Jahren die SSV-Jungschützenkurse besucht. Die Teilnehmerzahlen sind etwas zurückgegangen. Dieser Trend hat sich aber verlangsamt. Seit 1974 dürfen Mädchen Jungschützenkurse besuchen. Sie sind aber erst seit ungefähr 1985 beitragsberechtigt.